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STEGLITZ / ZEHLENDORF

Im Süd-Westen ist’s am besten

So sehen es zumindest alle, die es schön, grün, blau und friedlich haben wollen.

Schön sind die vielen alten gepflegten Villen und Wohnhäuser aus der Jahrhundertwende. Grün sind die unzähligen Parks, die unglaublich vielen Bäume und die oftmals wildblühenden Gärten. Blau sind die viele Gewässer und Seen, die der Bezirk zu bieten hat. Und friedlich ist die Stimmung, denn wer hier lebt, hat sich bewusst dem schnellen, eher lauten und oftmals hektischen Leben der Innenstadt entzogen.

Wann geht‘s an den Wannsee?

Nach wie vor ist der bekannte Badesee im Südwesten Berlins ein beliebtes Ausflugsziel für Sonnenanbeter und Wassersportler. 1.275 Meter feinster Ostseesand-Strand vermitteln ein nahezu authentisches Urlaubsfeeling. Und an den zahlreichen Marinas des Wannsees – der eigentlich gar kein See ist, sondern eine Havelbucht – legen Bootsbesitzer mit ihren Jollen an. Der Wannsee ist übrigens das prominenteste, aber längst nicht das einzige Gewässer, das Steglitz-Zehlendorf attraktiv macht: Auch Schlachtensee, Krumme Lanke, Pohlesee oder Nikolassee laden zum Sonnenbad oder Spazieren ein.

Von wegen Dorf

Zu erreichen ist Zehlendorf zum Beispiel über die Avus, die geschichtsträchtige Autobahn, die vom Funkturm aus in den Süden führt. Daneben liegt der Kronprinzessinnenweg im Schatten saftigen Blattwerks. Die vier Kilometer lange autofreie Piste lockt mit glattem Asphalt vor allem Skater und Rennradler. Freunde des motorisierten Zweirads treffen sich im Avus-Treff Spinner-Brücke. Vor allem in den Sommermonaten kommen hier Hunderte Biker zur gemeinsamen Rast zusammen.

Doch Steglitz-Zehlendorf kann auch anders

Der südwestlichste aller Berliner Bezirke lockt mit Abwechslung pur: Idyllisch grün ist es im südlichen Grunewald und der Havel, die die Grenze nach Brandenburg bildet. Großstädtisch mutet dagegen der östlich gelegene Ortsteil Steglitz an. Die Schloßstraße weist die höchste Ladendichte Berlins auf. Stadtbekannt ist hier natürlich „das Schloss“ – das große moderne, aber dennoch schon fast gemütliche Shoppingcenter gegenüber der „Schwartschen Villa“, dem entspannten Café- und Kulturtreffpunkt. Und gleich nebenan, im traditionsreichen Schlosspark-Theater im Gutshaus Steglitz, auch Wrangelschlösschen genannt, werden zeitgenössische Stücke aufgeführt.

Gutbürgerlich lebt es sich im gründerzeitlichen Villenviertel in Lichterfelde. In diesem Ortsteil liegen der Botanische Garten und das Botanische Museum. Richtig vornehm wird es dann in Zehlendorf oder Dahlem, denn dort leben die Berliner mit den höchsten Einkommen. Das zeigt sich auch bei einem Spaziergang: Urig ist es im alten Dorf Stolpe – heute Zentrum des Ortsteils Wannsee – mit dem gepflasterten Marktplatz und den Bauernhäuschen rund um das Stüler-Kirchlein. Schick kommt Dahlem daher mit seinen schmalen Gassen, gesäumt vornehmen Einfamilienhäusern mit adretten Vorgärten. Und nobel wird’s in Zehlendorf mit dem im Zweiten Weltkrieg unversehrt gebliebenem Mexikoplatz – ringsherum stehen sehenswerte, schmucke Villen.

Auf den Spuren der Agenten

Von Kriegen wurde Steglitz-Zehlendorf nahezu vollständig verschont. Und doch atmet der Bezirk Geschichte: Auf der Glienicker Brücke zwischen Zehlendorf und Potsdam wurden in der Zeit des Kalten Krieges Spione ausgetauscht. Am Kontrollpunkt und Rasthof Dreilinden – auch Checkpoint Bravo genannt – passierten Westberliner die innerdeutsche Grenze. Und die Freie Universität wurde im Dezember 1948 gegründet als Reaktion auf die zunehmende kommunistische Indoktrinierung der Berliner Universität, die seinerzeit in der sowjetischen Besatzungszone lag. Die Wissenschaft ist heute gleichzeitig Steglitz-Zehlendorfs Weg in die Zukunft: Nirgendwo sonst in Berlin gibt es so viele wissenschaftliche Einrichtungen – und so bringen besonders auch Studenten und Wissenschaftler frischen Wind in den Bezirk.

Foto: Ingo Lawaczeck Photography | ©ImmoKEY